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Design Studio Esty
Orenburger Schals und Kopftücher sind aus Ziegenwolle gestrickte Kleidungsstücke des russischen regionalen Kunsthandwerks. Das Besondere an ihnen ist, dass sie aus handgesponnenem Ziegen-Winterhaar gefertigt werden, das den Tieren herausgekämmt wird.

Orenburger Schals sind warm, leicht, weich und flauschig.
 
Diese großen nach „Orenburger Art" gestrickten Tücher werden traditionell in der russischen Stadt Orenburg hergestellt und je nach Machart und Größe als Schal, Kopftuch, Poncho oder über die Schulter geworfene Stola getragen.
 
Geschichte
 
1743 wurde die Festung und die Stadt Orenburg gegründet. Die Orenburger Kosaken siedelten sich seit 1574 in dieser Region am Ural an. Die Kosaken übernahmen von der alteingesessenen Bevölkerung die Kunst der Strickerei mit Ziegenwolle, um sich gegen das rauhe Klima zu schützen. Die Fertigung der Orenburger Schals und Kopftüchern wurde ein beliebtes Handwerk unter den Kosakenfrauen.
 
Die Anfänge der Orenburger Strickerei lassen sich in Orenburg 250 Jahre zurückverfolgen, bis in das 18. Jahrhundert.
 
Weil die kunstvollsten Schals mit dieser Stricktechnik aus Orenburg stammten und da die besten Stickermeister in der Stadt Orenburg lebten, wurden allmählich alle in dieser Stricktechnik gefertigten Schals als Orenburger Schal bezeichnet. Im alten Russland kauften die wohlhabenden Leute für ihre Frauen Schals aus Orenburg, da sie sehr gut gegen die große Kälte in Russland schützten. Durch ihre flauschige Konsistenz waren sie angenehm zu tragen und hielten sehr warm.

 
Auf der Pariser Weltausstellung 1855 wurden die Orenburger Schals erstmals international ausgestellt. Auf der Londoner Weltausstellung 1862 erhielt die Strickerin M. Uskowa, eine Kosakenfrau, eine Medaille für ihre Schals aus Ziegenflaum verliehen.

 
Macharten

Es gibt verschieden Arten von Orenburger Schals:

- Einfache Schals - meist grau, selten weiß, dicke warme Tücher. Mit der Herstellung von Schals begann die Geschichte des Orenburger Strickwaren-Handwerks. Diese Schals sind die wärmste Art der Orenbuger Strickwaren, sie werden als Alltagsbekleidung getragen

- Schultertücher - Ajour-Stickerei aus sehr fein gesponnener Ziegenwolle auf Seidengewebe (seltener Stoff aus Viskosefasern oder Baumwollstoff; die Wolle enthält meist 2/3 Ziegenflaum und 1/3 Seide). Solche Stücke werden nicht als Alltagsbekleidung getragen, sondern als Accessoire für feierliche Anlässe. Sie haben wesentlich kompliziertere Muster als die einfachen Schals. Gewöhnlich wird eine reinere und weichere Ziegenwolle verwendet, weshalb solche Stücke zusätzlich noch teurer sind. Für Schals in Ajour-Stickerei wird statt Seidengewebe ein Baumwollstoff als Grundlage für die Stickerei genommen, da diese haltbarer sind. 

- Stola - dünner Schal oder Überwurf, nach ähnlicher Machart, wie die Schultertücher

 
Ob ein Orenburger Tuche besonders dünn gearbeitet wurde, kann man mit zwei einfachen Tests überprüfen:
 
1. Lässt es sich durch einen Fingerring ziehen? und
2. Ist es zuzammengeknüllt nicht größer als ein Gänseei?

 
Orenburger Ziege
 
Die Wolle für die Orenburger Schals wird von der Orenburger Ziege gewonnen, einer spezill dafür gezüchteten Ziegenrasse (Wollziege). Die Flaumhaare der Orenburger Ziege sind weltweit die dünnsten. Sie haben eine Dicke von 16 bis 18 Mikrometer, während die Angoraziege - ebenfalls eine Wollziege - Flaumhaare mit einer Dicke von 22 bis 24 Mikormetern hat. Deshalb sind Strickerzeugnisse aus Orenburger Ziegenwolle besonders zart und weich. Der stark wärmende Fellwuchs der Ziegenrasse wurde durch die trockenen frostigen Winter der Region geprägt, die von Schneestürmen (Orenburger Buran) begleitet werden und auch von der Pflanzennahrung der Bergsteppe des Urals. Die Ziegenwolle ist haltbarer als Schafwolle. Die Region um Orenburg ist schon lange für ihre extensive Ziegenhaltung bekannt.
 
Die Orenburger Ziege gedeiht nur in der Region Orenburg. Versuche der Franzosen im 19. Jahrhundert sie in Frankreich zu halten, also außerhalb der Powolschje-Region aus der sie stammen, blieben erfolglos. Sie verloren in Frankreich sehr schnell ihre begehrten Flaumhaare und bekamen ein ganz gewöhnliches dickes Fell. Im 18. und 19. Jahrhundert exportierte Russland Zehntausende von Kilogramm an Ziegenflaum nach Westeuropa. Auch gegenwärtig werden beträchtliche Mengen Ziegenflaum aus Orenburg nach Westeuropa exportiert.


 
Bildnachweis: http://bse.sci-lib.com/article084911.html ; clubhomeanimals.narod.ru
Textnachweis: Wikipedia